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Als wir dann im Hotel angekommen, wurde uns mitgeteilt, dass das Hotel ausgebucht sei. So standen wir verschwitzt und stinkend in der Lobby und Andreas versucht dem Rezeptionisten klar zu machen, dass wir im Internet gebucht hätten. Erst auf meinen verärgerten Einwand, wir würden drei Tage im Hotel bleiben, kamen die Burschen in Aktion und plötzlich war alles möglich. Schnell wurden wir mit Stühle und Wasser versorgt, während emsig das "ausgebuchte" Zimmer hergerichtet wurde. Währenddessen hatte ich den Waschraum aufgesucht und traute meinen Augen nicht, war ich doch nahezu braun im Gesicht. Indisch Zugfahren und Sonnencreme scheinen eine schlechte combo zu sein....

Amritsar

Amritsar ist eine besondere Stadt mit einer eigenen Aura und das spürt man überall. Auf den ersten Blick ist sie wie alle anderen größeren Städte in Indien, dreckig, staubig, irrsinniger Verkehr, Lärm und Hupen der Autos. Aber doch ist da etwas mehr, trotz dem Verkehr und dem Lärm ist da doch etwas Ruhe in allem, eine friedvolle Atmosphäre.

Der golden Temple

Je näher man dem Vorplatz des golden Temple kommt, desto mehr spürt man diese Atmosphäre und eben trotz der Hektik wird es ruhiger. Obwohl dieser Tempel das höchste Heiligtum der Sikhs ist, ist die Anlage an sich ist jetzt nichts spektakuläres, wenn man jetzt Mal den Vergleich zum Taj Mahal zieht. Ein See, dem Sarovan, in dessen Mitte der goldene Tempel steht, wo tagsüber das heilige Buch der Sihk aufbewahrt wird und eingefasst von einer Promenade, welche um den See führt. Alles auf der Anlage ist aus weißem Marmor und das war es dann schon, kein übermäßiger Prunk, keine übertriebene Schnörkeleien, eben alles auf das Wesentliche, den Tempel, reduziert. Fotoshooting am golden Temple Fotoshooting am golden TempleBetreten wird die Anlage mit Kopfbedeckung und barfuß durch Fussbecken laufend. Das sich jeder daran hält, dafür sorgen Wachen, welche aufmerksam darauf achten, das jeder nasse Füße und was am Kopf hat. Schuhe werden vor der Anlage an Schaltern abgeben, wo jeder ein Marke mit der Fachnummer in welchem seine Schuhe deponiert wurden, ausgehändigt bekommt.
Über Treppen die nach unten führen kommt man in die Anlage, wo auf der Promenade die Sikhs um den Tempel laufen und immer wieder Richtung Tempel beten. Kaum waren wir ebenfalls auf der Promenade war für Einige der Tempel zur Nebensache geworden und alles glotze auf mich. Haben wohl nicht viele weiße Europäer hier. Kaum hat sich ein Schüler getraut mich anzusprechen, gab es für die Anderen kein halten mehr und ich musste geduldig bis Sonnenuntergang lachen, Hände schütteln, immer dieselben Standardfragen (woher wir sind, wie lange wir hier sind und was uns gefällt) beantworten und Bilder mit allen drauf machen lassen.  Free kitchen Free kitchenDie Freunde über meine Anwesenheit war streckenweise so groß, das es zu Rangeleien kam, wer sich nun als erstes mit mir ablichten lassen durfte. Komischer Weise waren das aber nur Jungs, ich kann man da an kein Mädel erinnern. Sind wohl alle zu Feige gewesen :-)
Andreas stand nur da verdrehte die Augen und übernahm teils die Aufgabe des Fotografen. Ein komisches Gefühl wenn da 20-30 Handies auf einen gerichtet sind und man gar nicht mehr weiß, wer da jetzt von wo knipst.
Andreas ist aufgefallen, das hier im Gegensatz zum Taj Mahal, nahe zu ausnahmslos jeder gefragt hatte, ob er ein Foto machen darf und viele waren auch wirklich traurig, als man nicht den Facebook Account teilen wollte. Noch immer ist es so, das man gesellschaftlich in Indien weniger wert ist, wenn man keinen Facebook Account hat. Aber alle haben sich freudig bedankt für die Fotos oder das Gespräch. Nirgendwo in Indien hatte man die Herzlichkeit der Menschen so gespürt, wie hier.
Als die Sonne unterging wurde es ruhiger und als die Nacht über den Tempel herein brach, ebbten die Fotos ganz ab. Auf die Dauer war das doch ganz schon anstrengend und Andreas war es auch leid geworden, die ganzen Angebote zum Tausch seines IPhone 5 gegen ein anderes Handy auszuschlagen.

Free kitchen der Sihk

 Golden Temple Golden TempleEine nette Einrichtung im Tempel ist die freie Küche, wo ausnahmslos alle kostenfrei verköstigt werden und soviel essen können, bis man satt ist. Finanziert wird das vegetarische Essen über Spenden, welche im Tempel reichlich fließen und freiwillige Helfer kümmern sich um die Zubereitung und Verteilung der Speisen und den Abwasch des Metallgeschirrs.

Im heiligsten überhaupt wurde uns eine riesige Ehre zu Teil

Überwältigt von den letzten Stunden hatten wir uns auch für den goldenen Tempel angestellt, um einmal einen kurzen Blick auf das Buch der Sihk werfen zu können.
Jeden Abend gegen 22 Uhr wird das Buch feierlich aus dem Tempel und in einer golden Sänfte zu einem golden Schrein getragen, wo es die Nacht verbringt um am nächsten Morgen gegen vier Uhr wieder feierlich in den Tempel verbracht zu werden. Als wir gegen 21 Uhr dann im Tempel waren, konnten wir einen kurzen Blick auf das von vielen Laken Stoff verhüllte Buch werfen, als uns plötzlich ein Sihkwächter in eine Ecke orderte und aufforderte dort stehen zu bleiben während alle anderen weiter geschoben wurden.
Andreas verstand nicht warum wir jetzt hier stehen sollen. Also erkläre ich ihm, dass wir kaum zwei Meter vom Buch entfernt, die Zeremonie bis zum Schluss mit verfolgen durften. Als er das noch immer nicht verstand, habe ich es noch mal erklärte und erntete dafür eine Ermahnung eines weiteren Sihkwächter ein, nicht zu reden.
Ein Nachteil daran war nur, das es im inneren der goldenen Tempel sakrisch heiß war, die vielen Ventilatoren und Kühlgeräte nur wenig ausrichten konnten. So standen wir im eignen Saft und sahen zu wie das Buch aus den Stoffbahnen ausgewickelt wurde, sporadisch die Anhänger immer wieder in ein Singsang verfallen sind und sich immer wieder verbeugten. Kurz bevor das Buch ausgewickelt war, wurde mehr Licht eingeschalten, alle Ventilatoren ausgeschalten und alle mussten sich niederknien. Dann erblickte das Buch Tageslicht und wurde rausgetragen, draußen ging ein Wahnsinns Gerangel darum los, wer ganz vorne stehen durfte. Gemütliches miteinander im golden Temple Gemütliches miteinander im golden Temple

Sit in und verbotene Fotos ganz offiziell

Nachdem der Trubel sich gelegt hatte, erkundeten wir noch den Rest des Tempels, dieser Bestand noch aus zwei weiteren Stockwerken. Der Tempel im inneren ist reich mit Wandgemälden, Intarsien im Marmor ausgestattet und die Farbe Gold ist vorherrschend. Als wir auf dem Weg nach draußen waren, fing uns ein junger Sihk ab und zog uns zu einer Gruppe von weiteren Sihk welche auf dem Boden saßen. Diese forderten uns auf, ebenfalls Platz zu nehmen und so kam ein ganz nettes Gespräch zustande. Irgendwann meinte einer der Jungs ich solle ein Foto machen der Gruppe machen, meine Einwände des strikten Fotografierverbots wurden ignoriert.

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Kommentare der Besucher:

Simi schrieb am 20:56 16.10.2014:

Schöni Fotos