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Nachdem wir uns heute morgen um halb zwei haben wecken lassen, konnten die vom Holiday Inn uns auch pünktlich zum Flughafen fahren um dort wieder das Prozedere beginnen zu können. Der Unterschied heute war, dass wir nicht genau auf unser Wartelistenticket geschaut hatten, somit war uns entgangen, dass der Flug erst um 8:50 statt um 06:15 gehen sollte. Ach manno, das wären zwei Stunden mehr in den weichen Betten des Holiday Inn gewesen.

Heute habe ich ein gutes Gefühl

 Andy im Starbucks Andy im StarbucksViel zu früh natürlich am Check In Schalter gewesen wurden wir auf sechs Uhr vertröstet.
Um sechs Uhr aber dann, wieder gewohntes Prozedere und kurze Zeit später fanden wir uns mit den Anderen am Starbucks ein und verbrachten dort zweieinhalb Stunden mit einem Getränk und was zum Futtern. Zwischenzeitlich wurde unser Flug wieder delayed und gleich auf 12:30 gelegt, das war wieder ein ganz neues Verhalten, wurden doch die Tage zuvor immer wieder um 30-60 Minuten inkrementiert, waren das heute gleich drei Stunden. Und so spät wars auch noch nie. Da sich gegen Mittag die Windsituation in Leh drastisch ändert, wird der Flughafen ab 11 Uhr nicht mehr angeflogen.
Heute vormittag, so hatten wir erfahren, würde eine Militärmaschine Richtung Leh geschickt, welche mal den Anflug prüfen sollte, jedenfalls musste das gut gelaufen sein, denn eben sind die ersten Maschinen in Richtung Leh abgehoben.

Wir sind bereit fürs Boarding

 Unser Flug ist bereit Unser Flug ist bereit Kurz vor zwölf dann, wurde unser departure time noch mal eine weitere halbe Stunde nach hinten verschoben und etwas später auf final auf 15:30, und das Gate wurde in den Status "open" gesetzt. Jetzt wird es gleich jeden Moment losgehen. Siegessicher haben wir unseren Reserveflug, welchen wir für Notfälle gebucht hatten, storniert. Brauchten wir jetzt nicht mehr. Um 15:10 kam dann die erlösende Ansage, "Flight 4445 from Air India has been canceled".

Der Mop begehrt auf - Pilot verschollen

Der Leute waren angefressen und so langsam begriffen alle, das wir wieder nicht fliegen werden. Also fanden sich immer mehr Gäste am Gate Desk ein, und wirkten verbal auf das Personal ein.
Da machte ein Angestellter einen bösen Fehler. Auf die Frage, warum alle Maschinen abfliegen konnten, nur unsere wieder nicht, kam als Antwort, das kein Pilot zur Verfügung stand. Diese Antwort verbreite sich rasch und die Situation eskalierte.  Der Frust entlädt sich Der Frust entlädt sichAlles brüllte auf eine Mitarbeiterin ein, auch Andreas rückte die Gute zurecht und verlangte Aufklärung. Brav nahm sie das Telefon in die Hand und rief irgendwo an. Als Sie auflegte war die wütende Menge wieder da und drängte sie vom Telefon ab. Ein Inder hatte im Moment auch die Verhandlungen mit dem Personal übernommen und versuchte die Anfragen der Leute geordnet weiter zu leiten. Wenige Augenblicke später klingelte das Telefon, aber die Dame konnte ran oder hat es schlichtweg nicht gehört. Es standen nun auch zwei Security Mitarbeiter bereit einzugreifen, falls die Stimmung weiter kippt. Das Telefon klingelte wieder und die Dame wurde aufgefordert den Anruf anzunehmen, was Sie aber nicht Tat. Ich überlegte mir, was passieren würde wenn ich den Hörer abheben würde. Andreas hatte wohl den selben Gedanken wie ich, denn der war plötzlich hinter dem Gate Desk und hob den Hörer ab.
Jubel, Lachen und Applaus der Anderen, ein hasserfüllter Blick der Frau. Es wurde ruhiger und Andreas brüllte zu der Frau rüber, "Miss, i think that call is for u!". Die Gäste bildeten rasch eine Gasse, so das die Angestellte zum Telefon konnte.

Der Boss

 Mr Lamba macht ein Angebot Mr Lamba macht ein AngebotDer Chef, ein kleiner dicker Chinese, hatte sich telefonisch angemeldet und Mr. Lamba erschien auch Minuten später am Gate und hörte sich geduldig alle Beschwerden an. Die Drohung, das wir nicht eher gehen, bevor zugesichert würde, das die nächste Maschine unsere ist, zeigte tatsächlich Wirkung. Für Sonntag gab es regulär keinen Flug der Air India nach Leh, aber der Manager versprach alles mögliche zu tun, eine Lösung zu finden.

Ein Sondermaschine wird eingesetzt

Da Mr Lamba etwas Zeit brauchte, wurden wir von Air India zum Abendessen eingeladen. Als wir fertig waren mit essen, kam der Manager mit dem Angebot, dass Air India uns am nächsten Tag um 6 Uhr mit einer Sondermaschine nach Leh fliegen zu lassen, die Nacht im Hotel von Air India übernommen würde, Air India den Hotelransfer organisiert und wir am nächsten Morgen einen priorisierten Check In bekommen würden. Unser indischer Unterhändler akzeptierte das Angebot.

Ich gehe nicht ins Centaur

Alle meine Befürchtungen wurden erfüllt, als auf ein Nachfragen meinerseits, das Hotel Centaur als lay over benannt wurde. Ich erklärte, das dies Angebot inakzeptabel für uns/mich ist. Übernächtigt, verzweifelt und den Tränen nah, stand ich da und war unfähig noch mit der Situation weiter umzugehen. Seid Tagen nicht mehr gescheit geschlafen, ständig von einer Enttäuschung in die Nächste, hatte ich keinen Bock mehr auf diesen ganzen Mist. Der Mitarbeiterin wars egal, ein paar Mitreisenden nicht und so standen plötzlich Herr Singh, ein stiller aber sehr freundlicher Sigh, ein französisches Ehepaar, eine alternative kleine Chinesin in den 60ger und ein älterer kauziger Australier, der mit seiner lockeren freundschaftlichen Art alles auflockerte, neben mir.
Herr Singh erklärte, dass wir in der Gruppe schon so weit gekommen sind und wir auch das Hotel zusammen überstehen würden, das französische Ehepaar, erklärte das es sinnvoller ist, in der Gruppe zu bleiben, nicht das bei der individuellen Anreise am nächsten Morgen noch zu Problemen kommt, die Chinesin tröste mich mit einem warmen lachen und ein paar lieben Worten und der Australier meinte ich solle keine Pussy sein, es wie ein Mann ertragen und boxte mir an die Schulter. Sie hatten alle recht und so gestärkt stimmte auch Andreas bei, die paar Stunden, war ja inzwischen auch 19 Uhr durch, würden wir auch noch überstehen.

Die letzte Nacht

Im Hotel angekommen, war es nicht ganz so modrig wie das letzte Mal und auch das Zimmer war in einem etwas besseren Zustand. Aber ich wollte in diesem feuchten stickigem Zimmer nicht schlafen, so schnappte ich mir mein Ladegerät und iPad verzupfte mich in Hotellobby und schaute dort eine N24 Dokumentation im Livestream.
Die Zeit verging ziemlich schnell und so war vier Uhr und der Transferbus brachte uns zum Flughafen. Dort angekommen lief dann alles wie versprochen, ein Gruppencheckin, security Check und wir saßen am Gate.

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