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Die Lobby

Nachdem dem Erlebnis Skihalle machte sich bei uns der fehlende Schlaf bemerkbar. Da ja f├╝r den Abend eine W├╝stensafari geplant und auch schon gebucht war, hatten wir f├╝r die Nacht auch noch kein Zimmer und somit mussten wir die Zeit bis zum pickup im Hotel totschlagen. Wir diskutierten die M├Âglichkeiten und pragmatisch wie ich bin, schlug ich vor die Zeit in einer stillen Ecke der Hotellobby totzuschlagen. Andi's Hotelierseinw├Ąnde man k├Ânne nicht in der Lobby rumgammeln hatte ich grossz├╝gig ├╝berh├Ârt und Andi war wohl auch f├╝r weitere Gegenargumente zu m├╝de und total ausgelaugt machten wir uns auf in Richtung Hotel.
Nach einer gef├╝hlt nie enden wollenden Metrofahrt sind wir am Hotel angekommen. Nun ging es darum das morgens geparkte Gep├Ąck wieder in Empfang zunehmen, da wir uns ja f├╝r den Abend noch vorbereiten mussten. Nachdem erste Missverst├Ąndnisse schnell gekl├Ąrt wurden hat uns ein Page das Gep├Ąck direkt an unseren abseits gelegen Platz in der Lobby gebracht, wo wir uns f├╝r die n├Ąchsten drei Stunden h├Ąuslich einrichten wollten.
Das fette Grinsen im Gesicht des Bellboys zeigte mir aber an, das ich mich unbedingt ├╝ber die H├Âhe der normalen Trinkgelder informieren muss.

WC-Frisch

Andreas, der gerade erleichtert aber wenig erfrischt vom WC kam, fragte wieviel Trinkgeld ich geben h├Ątte. Wohl zuviel, erwiderte ich.
Andere L├Ąnder andere WC EinrichtungWC mit DuscheAndreas erz├Ąhlte ├╝ber das Luxus WC, mit extra Seifenspender, extra Bidetduschkopf und flauschigen Papierhandt├╝cher. Da sich bei mir auch einiges angestaut hatte nutzte ich den Gang auch gleich dazu mich Safaritauglich anzukleiden. Zufrieden und wesentlich erfrischter kam ich vom WC zur├╝ck. Auf die Frage warum ich so erfrischt aussehe, erkl├Ąrte ich, das ich geduscht habe. Ein Blick aus Ekel und Erstaunen machte sich auf Andy's Gesicht breit. Nat├╝rlich habe ich nicht den Duschkopfkopf benutzt sondern einen Schwung flauschige Papiert├╝cher nass gemacht und mich damit von oben bis unten abgewischt. Also bitte, man hat ja Stil, was denkt ihr denn...
Nachdem um 15 Uhr der Fahrer noch nicht am Hotel eingetroffen war, kam unaufgefordert der Rezeptionist und verlangte nach der Telefonnummer des Veranstalters und machte dort auch Druck. Respekt. Um 1530 kam dann ein Fahrer und nahm uns wortlos mit.

Auf in das erste Abendteuer

An einem weiteren Hotel, das Ramadan Dubai, holte der Fahrer noch vier weitere Personen ab, eine Familie, Mama, Papa Bruder und Schwester. Somit waren wir vollst├Ąndig und das Abenteuer W├╝stensafari konnte beginnen.
Etwas matschig im Kopf d├Ąmmerte ich auf der Fahrt so vor mich hin und rief im Geiste noch mal die romantische Beschreibung des Veranstalter ├╝ber W├╝stensafari ab. "Beginnend mit einer riskanten Aktionfahrt zwischen Sandd├╝nen im vollklimatisierten Gel├Ąndewagen und zahlreichen Fotostops werden wir dann in ein richtiges Beduinencamp in der W├╝ste gebracht, wo wir, mal wieder, in den Traum von 1001 Nacht eintauchen sollten, mit Bauchtanz, Kamelreiten, D├╝nensurfen, Hannatatoo und ein echtes Beduinenbarbeque. Nach einem reichhaltigen Abendessen k├Ânnte man Shisha Rauchen und somit einen vollkommen Abend ausklingen lassen. Danach w├╝rde man zur ├ťbernachtung in ein echtes Beduinenzelt verbracht. Geniessen sie die absolute Stille der W├╝ste und Wachen am n├Ąchsten morgen entspannt auf."
Aus den Erlebnissen von fr├╝heren Reisen, war mir klar, das Abendprogramm wird ein Touri-Folklore Abend der ├╝blen Sorte. Aber gut, einen Haken muss es ja geben.

Die Realit├Ąt

Nach l├Ąngerer Fahrt in dem komfortablen vollklimatisierten Jeep machten wir nach einer knappen Stunden rast. Das war wohl derTreffpunkt von allen Safaris und somit entsprechend ├╝berlaufen. Ein schmutteliger Parkplatz mit Supermarkt und gesch├Ąftst├╝chtige H├Ąndler boten T├╝cher, Erinnerungsfotos mit und ohne Falken an. "Ten minutes break, you can buy water here" sagte der Fahrer kurz. Hey der kann ja sprechen.
Den irritierten Blick von Andy beantwortete ich mit "softdrinks sind im camp includiert". Wir stiegen aus, sofort wurde ich von einem heissen und trockenem Wind erfasst, als w├╝rde ein riesen Heizl├╝fter vor einem stehen, ich empfand das als sehr angenehm auf der Haut. Durch den Wind war auch ne Menge Sand in der Luft, gut das ich keine Sonnencreme aufgelegt hatte, sonst h├Ątte ich jetzt wie der Sandman aus Spiderman 3 ausgesehen. Hmm aber irgendwie hat mich die Sache mit dem Wasser doch nicht in Ruhe gelassen, hat man ja doch so einiges erlebt, der wortkarge Fahrer hatte es noch extra erw├Ąhnt und so hatten wir dann doch beschlossen Wasser zu kaufen, aber der Laden war so voll, das wir gar nicht erst reingekommen sind.
Jeepsafari ein kleiner Eindruck, da flog nicht nur der SandAktion in der W├╝ste

Die rasante Fahrt zum W├╝stencamp

Ohne Wasser ging's zum n├Ąchsten Ort, der den Anfang der risikoreichen Aktionfahrt markieren sollte. Da standen ca. 40 Jeeps. Diesen ersten Fotostop nutze der Fahrer dazu die Luft aus den R├Ądern abzulassen um mehr Traktion im Sand zu bekommen. Dann setzten sich nacheinander die 40 Jeeps in fahrt und wie an einer Perlenkette gereiht fuhren alle Wagen einer unsichtbaren Schnur nach in die W├╝ste. Die Fahrt war tats├Ąchlich nicht ohne und wir wurden ordentlich durchgesch├╝ttelt. Nach 20 Minuten habe ich mir gew├╝nscht, der Fahrer w├╝rde es dem voranfahrenden gleich tun und etwas mehr zu riskieren und kaum gedacht und schon hing der Wagen vor uns in den Sandd├╝nen fest. 5 Minuten sp├Ąter wurde der Wagen wieder befreit und dann ging's weiter.

Das Camp

Wenig sp├Ąter waren wir im Camp angekommen. Die ca. 40 Wagen waren inzwischen auf 20 zusammengeschrumpft. Der Verbleib der restlichen Wagen blieb ungekl├Ąrt, aber wir haben ├╝berlebt. F├╝r die Jeeps ist das alles andere als einfach. Abk├╝hlung muss seinBlick in die Tiefen der W├╝steDer Fahrer leierte dann erstmal rasch das weitere Programm runter und es wurde gekl├Ąrt, dass wir die einzigen mit Night over in dem Camp waren. Einige aus den anderen Wagen hatten sich dann erstmal das Mittagessen durch den Kopf gehen lassen, die Anderen konnten mit zwei betagten und missmutig drein schauenden Kamelen reiten, vom D├╝nen Surfen war nichts zu sehen. Das Camp machte von aussen, auf den ersten Blick, einen sch├Ąbigen Eindruck, ├╝berall lagen Zivilisations├╝berbleibsel, Zigaretten, Verpackungen und Autoreifen zur Begrenzung des Camps. Und ├╝ber dem Camp ein Einflugkorridor des Dubai International Airports.
Im Camp sah es leider nicht besser aus. Das Camp bestand aus einer gegossen Steinplatte, welche das Zentrum des Camps darstelle, drumherum waren Teppiche ausgelegt darauf Kissen und Tische. Auf diesen fanden sich langsam alle ein und versorgten sich mit den Softdrinks. Ich setzte mich kurz ab und bin etwas vom Camp in die W├╝ste gelaufen und wollte den Sonnenuntergang fotografieren aber leider wurde das Spektakel durch den Sand in der Luft getr├╝bt.
Also zur├╝ck ins Camp, wo wir uns auch mit den softdrinks versorgen wollten. Der erste Versuch scheiterte, denn an der Theke wollten die erstmal Geld sehen. Andreas war genervt und r├╝ckte den Barman zurecht. Nachdem Andreas mit dem Voucher gewunken hatte, hat man uns an eine weitere Bar verwiesen. Dort gabs die versprochenen Softdrinks. Wir nahmen uns also aus einer Wanne mit Eisw├╝rfel Trinkwasser in einer Art Jogurtbecher raus.

Die Show in der Show

Und dann kam was kommen musste, eine Stimme aus den Lautsprechern k├╝ndigte die T├Ąnze an. Die T├Ąnze begannen, gottseidank haben mich der Flug, die Hitze und die Fahrt so geschlaucht das ich eingeschlafen bin. Ich war dann wieder wachgeworden als die Stimme versuchte mehr Applaus f├╝r die Darbietung rauszukitzeln. Erfolglos. Das Buffet sah alles andere als appetitlich aus, aber lecker wars wirklich.Arabisches AbendessenBeleidigt zog der K├╝nstler von der Tanzfl├Ąche. Dann gabs essen. Ohne ├ťbertreibung kann ich sagen, das wir quasi wie Vieh zur Futterstelle getrieben wurden. Das Essen war nicht sehr appetitlich angerichtet, aber wir hatten Hunger.
Zur├╝ck am Tisch stellte sich aber raus, dass das richtig lecker war. Sogar so lecker das ich mir freiwillig einen zweiten Teller von Andreas zusammenstellen lies. W├Ąhrend wir den zweiten Teller futterten wurde eine Baucht├Ąnzerin angek├╝ndigt. Eine Baucht├Ąnzerin mit f├╝lligen Kurven stampfte leichtf├╝ssig auf die B├╝hne und spulte schwabelnd ihr Programm runter. Am Nachbartisch bahnte sich w├Ąhrend dessen ein Ehekrach an. Eine arabische Frau schnatterte ihren Mann an, der l├╝stern einen Film der Baucht├Ąnzerin drehte.Schlecht zu fotographieren bei widrigen Lichtverh├ĄltnissenF├╝llige Baucht├Ąnzerin Nachdem er seine Frau 5 Minuten gekonnt ignoriert hatte, wurde es still. Pl├Âtzlich stand sie theatralisch auf schnautzte ihn guth├Ârbar f├╝r alle an, warf der T├Ąnzerin den ultimativen Totesblick zu und verschwand wutschnaubend in der Dunkelheit. Allgemeines Gel├Ąchter f├╝r diejenigen, die es verstanden haben. Geiles program...
Kaum war die Baucht├Ąnzerin von der B├╝hne wurden wir fast regelrecht zu den Autos getrieben, und wer jetzt denkt, der Ehekrach war schon das beste des Tages, der darf den zweiten Teil der W├╝stensafari nicht verpassen...

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Kommentare der Besucher:

Petra schrieb am 06:19 17.04.2013:

guten Morgen aus K├Âlle. Der Blog macht Spass! Warte nun auf Teil 2 der W├╝sten Geschichte. GLG