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Tag 37


Nach einer irren Zugfahrt, bin ich echt froh in Singapore angekommen zu sein, auch wenn das Hotel hier gerade nicht der Hit ist. Aber alles besser als die letzten 19 Stunden. Aber der Reihe nach

Eine Überraschung vorne weg

Kaum hatten wir die Suppe gegessen, machte sich emsige Betriebsamkeit auf dem bisher so ruhigen Bahnhof breit und wenig später hörte man aus der Entfernung einen Zug hupen, so packten wir unser Zeug zusammen und begaben uns zum Gleis, wo kurze Zeit später auch der Zug in den Bahnhof einfuhr und wir einsteigen konnten.
Als wir auf Perhentian die Zugtickets buchen wollten, waren ersten keine Schlafwagenplätze zu bekommen und zweitens war es uns auf der Onlineübersicht des Abteils nicht möglich, zwei sitze nebeneinander zu buchen. So mussten wir zwei Reihen hintereinander buchen. Als wir aber im richtigen Abteil des Zuges standen, sahen wir aber nur Betten. Dann wurde mir klar, das die online Seite keine unterscheidung zwischen Sitz- und Schlafwagen macht. Daher konnte man auch keine zwei Plätze nebeneinander buchen, da zwei Plätze ein Bett war.
Naja mir sollte es recht sein und die Tatsache, dass wir nah an der Abteiltüre waren, sollten die offenen Wagentüren für frischen Luftzug sorgen, da es hier im Abteil schon recht warm war. Wir bezogen unsere oberen Betten, verstauten die Rucksäche am Fussende.

Die Hölle beginnt

Überall wo wir bisher waren, lief eine Klimaanlage auf vollgas, nur halt nicht in diesem Abteil. Hie blies die Klimaanlage ein laues Lüftchen ins Abteil und als ich so in meiner Koje lag, stellte ich fest, dass ich gestern beim Schnorcheln mir am Rücken doch mehr Sonnenbrand eingefangen habe als mir jetzt gerade lieb war. In der stehenden Hitze des Abteils fing mein Rücken immer mehr das Glühen an und somit war an eine entspannte Rückenlage beim Schlafen auch nicht wirklich zu denken. Aber wie sich das noch zeigen sollte, wird diese Tatsache nicht mein grösstes Problem werden.

Abendessen und ein Versuch der Nachtruhe

Nachdem die Sonne untergegangen war, hatten wir uns über das gekaufte 7Eleven Abendessen hergemacht. Haute Cuisine waren labbriges Brot, Schokoriegel und Kartoffelchips nicht, aber es hat den Magen gefüllt und machte schläfrig. Kaum hatte ich die Augen zu, kam der Erste, öffnete die Tür, verliess das Abteil und lies die Türe offen. Von draussen kam neben warmer Luft nun auch des laute Rattern der Schienen ins Abteil. Nach fünf Minuten stand ich auf, kletterte aus dem Stockbett runter, schob die Türe zu und kletterte wieder ins Bett. Kaum dort angekommen, kam der nächste, öffnete Türe und machte sie nicht wieder zu.
Seufzend kletterte ich wieder runter, schob die Türe zu und kaum im Bett angekommen, kam der Nächste. Der war aber so höflich schloss die Türe hintersich wieder. Keine 10 Minuten später, ich war gerade eingedöst, kam der Erste wieder zurück und lies die Türe offen stehen. Ich öffnete meine Vorhänge und fragte höflich auf englisch, ob er nicht die Türe wieder schliessen konnte. Er glotze mich mit offenem Mund an, grinste und lief weiter. Ich brüllte ihm auf Deutsch hinterher, Tüüüür. Er drehte sich wieder um, schaute und ich zeigte auf die Türe. Genervt drehte er und schloss sie.
Im verlauf der nächsten Stunde, kamen immer wieder die selben Leute durch das Abteil geschlappt, bei einigen setzte ein Lerneffekt ein und schlossen die Türe. Aber bei dreien wollte das nicht funktionieren. Nach Ablauf der Stunde war es mir dann egal und ich stopfte mir eine Serviette in die Ohren, danach war es angenemmer, aber schlafen konnte ich deswegen nicht wirklich besser.
Für die restliche Nacht ist aber Andreas mit stoischer Gleichgültigkeit immer wieder aufgestanden und hatte die Türe geschlossen.

Zwei Schratzen

Als die Toilettengänge der Mitreisenden immer mehr abebbten und endlich an Schlaf zu denken war, hatten zwei Babies in direkter Umgebung ihre Schläfchen beendet und macht lautstark darauf aufmerksam, das jetzt Fütterungszeit zu sein hat. Die nächsten 30 Minuten wurde abwechselnd gebrüllt und gefuttert.Dann war wieder Ruhe. Es muss dann gegen 02:30 gewesen sein, als das Erste wieder brüllte und die Windel voll hatte, kaum war das Versorgt meldete sich kurz danach das Zweite.

Noch immer 7 Stunden

Gegen 6 Uhr war wieder highlife. Kinder brüllten, Mitreisende lachten, andere rannten wieder aufs WC. Die Tatsache dass das Rauchen unter Strafe verboten war störte eine Dame nicht. Sie sass in aller Seelenruhe an der offenen Wagentüre. Der Qualm zog natürlich ins Abteil statt raus. Als ein Mitarbeiter der Bahngesellschaft des Weges kam, machte ich ihn auf diesen Verstoss aufmerksam, er nickte gelangweilt, lief zu der Frau, setzte sich daneben und zündete sich ebenfalls eine Zigarette an...

Johor Bahru

Endlich irgendwann gegen 13 Uhr sind wir dann endlich in JB Sentral angekommen. Von dort aus fährt alle 30 Minuten eine Bahn Richtung Singapore Island. Der Bahnhof in Johor Bahru war gross und so hatten wir erst etwas Mühe den Schalter für die Tickets nach Singapore zu finden. Wir fragten uns durch und fanden uns dann kurze Zeit später in einer langen Schlange vor dem Ticketschalter wieder. Dort versuchten zwei Damen die wartenden Mengen zu bedienen. 15 Minuten später hatten wir dann unsere Tickets und es blieb noch etwas Zeit für einen kleinen Chickenburgermenu.

Woodlands Train Checkpoint

10 Minuten vor Abfahrt des Zuges machten wir uns auf den Weg zum Bahnsteig, nach einer Pass- und Gepäckkontrolle sassen wir endlich im Zug nach Singapore, welcher auch zügig Abfuhr. Die Einreise nach Singapore wäre im Prinzip kein Problem gewesen, hätte ich noch gewusst, in welches Hotel wir gehen würden. Da die Einreise nach Singapore recht streng ist, und Personen nur einzeln zu den Einreiseschalter gelassen werden, stand ich kurze Zeit später vor einer Dame der Migration und musste rede und antwort stehen, warum ich kein Hotel habe. Sämtliche Erklärversuche meinerseits brachten nichts, und so wurde ich gefragt wann ich wieder ausreisen würde. Ich musste das Flugticket nach München zeigen, das wurde auf einem extra Zettel akribisch notiert und 15 Minuten später bekam ich meine Stempel in den Pass durfte offiziel Einreisen.

Endlich im Hotel

Ungünstig gelegen ist der Woodlands Checkpoint schon, hier fahren nur Taxen und Busse, keine Metro und Geldautomaten gab es auch keine. Somit waren wir nicht im Stande ein Ticket zu kaufen. Guter Rat war nun Teuer. Unsere letzte Hoffnung war nun ein Taxi, welche Kreditkarten akzeptiert. Hier hatten wir Glück. Ein lustiger Taxifahrer brachte uns zur Metrostation und somit auch so zu einem Geldautomaten. Dieser spuckte die 200 Singapore Dollar in vier 50 SGD Scheine aus. Die Fahrkartenautomaten der Metro akzeptierten aber keine so grossen Geldscheine und wechseln konnte auch keiner. Nach kurzer Zeit wurde aber ein Mitarbeiter der Metro auf uns aufmerksam und winkte uns zu seinem Schalter. Normalerweise, meinte er, wechseln sie kein Geld, aber er möchte eine Ausnahme und versorgte uns mit jeder Menge Münzen für den Automaten und gab uns noch als Tip auf den Weg, immer Münzen statt scheine bereit zu halten, da Scheine nicht immer akzeptiert werden.
Unser Ziel war die Haltestelle Clarke Quay, da dort gegenüber unser Hotel war.

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